Wiederverwenden statt Entsorgen: Wie die LINZ AG mit 2nd Cycle den Lebenszyklus einer PV-Anlage verlängert

Wohin mit Photovoltaik-Modulen, wenn eine Anlage abgebaut werden muss? Bisher lautete die Antwort meist: Recycling oder Entsorgung – oft deutlich vor dem tatsächlichen Ende ihrer Lebensdauer. Die LINZ AG hat nun gezeigt, dass es auch anders geht - wenn man mit 2ndCycle zusammenarbeitet. Gemeinsam haben wir eine komplette Anlage geprüft – mit einem überraschend klaren Ergebnis: 139 von 143 Modulen konnten in einen zweiten Lebenszyklus überführt werden. Ein Beispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft im Energiesektor ganz praktisch funktioniert.

PV-Anlagen werden aus verschiedensten Gründen abgebaut, etwa aufgrund von Dachsanierungen oder Repowering-Projekten. Doch funktionierende Module müssen deshalb nicht am Ende sein. Die LINZ AG wollte genau wissen, wie gut die Module einer abgebauten Dachanlage noch sind, und beauftragte 2nd Cycle mit einer vollständigen Leistungs- und Sicherheitsprüfung.

Wenige Module defekt

Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Module lagen zwischen 94 und 98 Prozent ihrer ursprünglichen Nennleistung. Von 143 Modulen waren 139 voll funktionsfähig. Aussortiert wurden nur zwei aufgrund elektrischer Defekte und zwei aufgrund von Demontageschäden. Die große Mehrheit gebrauchter Module ist also technisch einwandfrei – es fehlte bislang nur an wirtschaftlichen Prüfprozessen, die das eindeutig belegen.

Erste automatisierte Testanlage für PV-Modulprüfung 

2nd Cycle betreibt eine automatisierte Testanlage, die speziell für die Großserienprüfung gebrauchter Module ausgelegt ist. Sie bewertet elektrische Sicherheit, reale Leistungsfähigkeit und mögliche Risiken wie Hotspots oder defekte Steckverbinder. Diese Transparenz schafft Sicherheit für Betreiber und Energieversorger: Risiken werden ausgeschlossen, und nur einwandfreie Module gelangen zurück in den Einsatz. Gleichzeitig ist die Wiederverwendung wirtschaftlich – denn sie spart Entsorgungskosten und reduziert den Bedarf an neuen Ressourcen. Zwischen Beauftragung und Abschluss des LINZ-AG-Projekts lagen nur vier Wochen, was zeigt, dass der Prozess auch organisatorisch gut in bestehende Abläufe integrierbar ist.

Für die LINZ AG ist das Projekt ein starkes Signal für nachhaltige Energieversorgung. PV-Module müssen nicht vorschnell zu Abfall werden. Jede Wiederverwendung spart CO₂, schont Rohstoffe und verlängert die Nutzungsdauer bestehender Technik. Simon Prüller, CEO von 2nd Cycle, betont: „Unser Ziel ist es, PV-Module nicht vorschnell zu Abfall werden zu lassen.“ Und Jakob Auer von der LINZ AG ergänzt: „Wir können die Module im Sinne der Kreislaufwirtschaft ein weiteres Mal nutzen – und wissen gleichzeitig, dass nur einwandfreie Module weitergegeben werden.“

Die Zahlen und Erfahrungen aus dem Projekt zeigen klar: Ein zweites Leben für Solarmodule ist möglich – und für Energieversorger, PV-Betreiber und Umwelt gleichermaßen sinnvoll. Die Technologien sind vorhanden, die Prozesse funktionieren, und der Nutzen ist eindeutig.

Möchtest du wissen, ob deine abgebauten PV-Module noch ein zweites Leben haben? Wir prüfen, dokumentieren und schaffen Klarheit. Kontaktiere uns für weitere Informationen.

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Warum PV-Anlagen mehr Leistung verlieren als Module